Sivio Colditz

Literatur und Kunst – Seite an Seite

“DER MAULKORB” – ein Dresdner Magazin für Literatur und Kunst

Hätte ich gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich das nie gemacht,“ sagt Silvio Colditz. Er ist der Herausgeber des Literaturmagazins DER MAULKORB. Nächstes Jahr ist zehnjähriges Jubiläum. DER MAULKORB ist nur möglich durch unentgeltliches Engagement.

Dresden, 20.Dezember 2016

Aus einer prekären persönlichen Situation heraus entstand die Idee zum „MAULKORB“. Im Alleingang entschied sich Silvio Colditz eine Zeitschrift für Texte zu erstellen. Aus dem Untertitel „Kurzprosa Satire Lyrik“ wurde irgendwann „Blätter für Literatur und Kunst“.

Es entwickelte sich mühsam während der letzten zehn Jahre. DER MAULKORB erschien anfänglich vier Mal im Jahr. Heute sind es zwei Ausgaben jährlich. Er beinhaltet Texte von 30 Autoren und Werke von ein bis vier Künstlern.

Erst der Text – dann die Kunst

Die ersten Ausgaben waren den Texten vorbehalten. Kunst und Grafik dienten lediglich der Gestaltung. Mittlerweile ist die Kunst an eine ebenbürtige Stelle gerückt.

Bewerben kann sich jeder. Bei der ersten Ausgabe bewarben sich 35 Autoren. Mittlerweile sind es um die 200 Zuschriften aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Von der anfänglichen Website aus konnte man sich per email bewerben. Heute gibt es einen Blog. In diesem stehen die Infos zur Bewerbung und aktuellen Veranstaltungen.

Der Macher

Silvio Colditz ist ein „bunter Hund“ der Dresdner Neustadt. Er ist 38 Jahre alt. Seine Fotografien waren schon in mehreren Off- Galerien ausgestellt. Aber er ist auch Autor, Kalligraph und Musiker.

Wenn man mit ihm unterwegs ist, wird er hier und dort gegrüßt. Er scheint alle zu kennen. Und alle kennen ihn. Dennoch wirkt er still und zurückhaltend. Viele Off- Kulturprojekte hat er mit organisiert. Er ist Mitglied beim „Hole of Fame“, einem Projektraum für Kunst und Kultur.

In der der „VeränderBar“, den Räumlichkeiten des „Art der Kultur e.V.“ macht er wöchentlich das „Cafe International“ . Es ist ein Treffpunkt für Geflohene und Migranten.

Unterstützung

Förderungen für den MAULKORB erhält Silvio Colditz erst seit der 15.Ausgabe. Ohne öffentliche Projektförderung der Stadt Dresden für das Hole of Fame – und somit für den MAULKORB – wäre es nicht weitergegangen.

Silvio Colditz ist froh, wenn er nicht draufzahlt. „Hätte ich gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich das nie gemacht.“ Er arbeitet unentgeltlich. Den kostengünstigen Druck macht ihm eine kleine Druckerei in Warschau.

With a little help of my friends

Anfangs halfen ihm Freunde beim Aufbau einer Website. Die Künstlerin Anne Rossinski beriet ihn beim Layout. Stück für Stück eignete sich Silvio Colditz vieles selber an.

Silvio Colditz` Kontakt zur Szene der Bildenden Kunst in Dresden wurde in den letzten Jahren enger. Die Künstlerin Anja Jurkenas und die Autorin Hanah Sophie Fuchs stand ihm bei den aktuellen Ausgaben zur Seite.

Kleine Kulturräume haben keinen einfachen Stand im barocken Dresden. Mieten sind teuer, alternative Kreativräume werden abgerissen. Wenn es Förderungen gibt, dann reichen sie oft nicht aus.

Dass die Off-Kulturszene dennoch erstaunlich vielfältig ist, ist Leuten wie Silvio Colditz zu verdanken. Die zum Glück vorher nicht wussten, was es an Arbeit, Ausdauer und Mut erfordert.

Hinweis der Redaktion: Die aktuelle Ausgabe #20 erschien kürzlich zusammen mit der Ausstellung “10 Jahre DER MAULKORB”im Riesa Efau Dresden. Sie ist im Buchandel oder auf dem MAULKORB Blog bestellbar.
Die Ausgabe kostet 4,50 €.

>> weitere Infos hier

 

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